Auf den Spuren von König und Zaitsev

<!– @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>

“…er weiß nicht mal dass du existierst, aber in diesem Augenblick bist du ihm näher als irgendjemand sonst auf der Welt. Du erkennst sein Gesicht durch das Zielfernrohr…du siehst, ob er sich am Morgen rasiert hat, oder nicht…du kannst erkennen ob er verheiratet ist, ob er einen Ehering am Finger trägt…der Feind hat ein Gesicht, und diese Gesichter vergisst man nicht.”

Bild 1

<!– @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>

Wer kennt sie nicht: Die heldenhaften Geschichten und Mythen, die sich um die Scharfschützen a là Major König oder Vasili Zaitsev ranken. Sie sind die Schatten des Schlachtfeldes. Unsichtbar und doch immer in deiner Nähe. Sie schlagen zu, wenn du es am allerwenigsten erwartest. Und genau so plötzlich, wie sie zuschlagen verschwinden sie auch wieder. Es sind nicht nur die Toten, die sie hinterlassen. Es ist der psychologische Faktor, den ein Scharfschütze mit sich bringt. Die Tatsache, dass er jederzeit weiß, was du tust. Er sieht dich, aber du kannst ihn nicht sehen. Er kann jederzeit zuschlagen ohne, dass du seine Nähe überhaupt spürst und ehe du dich versiehst hackst du mit deinem Finger panisch auf der “T”-Taste herum und darfst wieder einmal zusehen, wie ein einsamer Pionier, der gerade noch einmal mit dem Schrecken davon kommt die Beine in die Hand nimmt und zum (vermeintlich) schützenden Basesektor sprintet. Womit wir zu der Rolle der Scharfschützen in Company of Heroes kommen.

Im Folgenden will ich euch nützliche Tips zum Umgang mit meiner Lieblingseinheit in CoH, dem Scharfschützen geben. So ziemlich alles, was ich schreibe beruht auf Erfahrungen, die ich im Laufe meiner nun doch schon recht langen CoH-Karriere gesammelt habe.

Ich will euch Tips geben, wie ihr die Verluste beim Feind maximieren und den maximalen Nutzen aus dieser, auf den ersten Blick recht unscheinbaren Einheit ziehen könnt. Nagelt mich nicht darauf fest, wenn irgendwas von dem hier Beschriebenen, bei euch mal fehlschlagen sollte…nicht’s bei CoH ist 100-prozentig ;)

Beginnen wir mit den harten Fakten rund um den Scharfschützen.

Er steht nur der Wehrmacht und der US-Army zur Verfügung (die Scharfschützen-Fähigkeit des britschen Aufklärungstrupps lassen wir unbeachtet). Bei Wehrmacht findet ihr ihn in den Wehrmachtsbaracken, bei der US-Army im Waffenforschungszentrum. Er kostet in beiden Fällen 340 MP, wodurch er recht kostspielig ist. Es handelt sich um einen einzelnen Scharfschützen, das heißt ihr bewegt keine Truppe von Soldaten, wie es ansonsten bei CoH meistens der Fall ist. Er hat lediglich 75 Trefferpunkte, die ihn zu einer sehr fragilen Einheit machen. Mit seiner langen Bauzeit von 50 Sekunden, schmerzt es gleich doppelt so viel, wen ihr ihn ersetzen müsst, da der Gegner währrenddessen relativ freihe Hand mit den eigenen Scharfschützen hat. Er hat eine Bewegungsgeschwindigkeit von 3 und seine Eroberungsgeschwindigkeit beträgt 1. Seine Bevölkerungskosten betragen 4. Diese Werte sind bei US- und WM-Sniper völlig identisch. Lediglich der Unterhalt unterscheidet sich. Beim US-Sniper beträgt dieser 9.6 pro Minute, beim Wehrmachts-Sniper nur 5.376 pro Minute. Außerdem ist der WM-Sniper in der Lage Verbandsmaterial zu verwenden, sobald man auf T2 getecht hat.

König (WM-Sniper) und Cunningham (US-Sniper) sind außerdem beide in der Lage sich zu tarnen und das Feuer einzustellen, wodurch sie zu exzellenten Aufklärungseinheiten werden. Der getarnete Scharfschütze kann aufgedeckt werden, wenn ihm eine feindliche Einheit zu nahe kommt. Besonders Jeeps/ Krads können dem Scharfschützen gefährlich werden, da sie einen deutlicher höheren Aufdeckradius haben und den Scharfschützen dank ihrer hohen Geschwindigkeit auch auf dem Rückzug gefährlich werden können.

Die verschiedenen Veteranenstufen und deren Auswirkungen:

Wie alle anderen Einheiten der US-Army sammelt auch der “Boogieman” seine Erfahrung durch Abschüsse. Dabei sind die ersten beiden Veteranenstufen relativ uninteressant, da sie hauptsächlich die Lebenspunkte erhöhen. Hat der US-Sniper allerdings den dritten Veteranenstatus erreicht wird er zur ultimativen Gefahr und bei richtigem Umgang erhöhen sich seine Überlebenschancen massivst. Denn jetzt bewegt sich der Boogieman auch im getarnten Modus genauso schnell wie ungetarnt. Das heißt, dass es für den Feind fast unmöglich wird ihn mit normalen Fußsoldaten aufzudecken. Außerdem könnt ihr jetzt ideal Ziele für Artillerie oder Mörser aufspüren, da ihr euch ohne große Probleme zwischen den feindlichen Linien bewegn könnt. Doch dazu später.

Major König erreicht seinen Veteranenstatus wie alle Einheiten der Wehrmacht über das Kaufen der jeweiligen Upgrades im Kampfkraftzentrum. Jedoch sind seine Verbesserungen lange nicht so interessant wie die des US-Snipers, wenn auch nicht zu verachten. So regenerieren sich seine Lebenspunkte mit dem Erreichen der ersten Veteranenstufe um 10,56 pro Minute. Mit dem Erreichen der zweiten Veteranenstufe erhöhen sich seine Lebenpunkte um das 1,2-fache und er wird nur noch halb so schnell unterdrückt. Auch bei Major König ist die dritte Veteranenstufe die meiner Meinung nach interessanteste, da er nun beinahe doppelt so schnell schießt da sein Cooldown nun nur noch 0,6 beträgt.

Doch nun zu den weniger handfesten Dingen (mal ganz unter uns: die finde ich viel interessanter ;D)

Erst der richtige Umgang mit dem Scharfschützen macht ihn zu einer echten Gefahr für den Gegner. Wenn euer Scharfschütze nur getarnt herumsitzt und die wunderschöne Landschaft Frankreichs betrachtet belastet er nicht den Feind sondern lediglich euren Geld…äh…Manpowerbeutel. Wenn ihr euch entschließt einen Scharfschützen zu produzieren so müsst ihr auch den maximalen Nutzen aus ihm ziehen, damit er sich rentiert. Wichtig ist, dass euer Feind eine gewisse Zeit braucht um einen harten Konter für euren Scharfschützen zu bringen, nachdem er zum ersten mal mitbekommen hat, dass einer in euren Reihen kämpft.

Diese Zeit müsst ihr nutzen!

Beginnen wir aus der Sicht der Wehrmacht.

Bild 1In der letzten Zeit ist eine Buildorder, die beispielsweise von Seph, einem hochrangigen CoH-Veteran, gespielt wird ziemlich populär geworden.

Bei dieser BO beginnt man das Spiel, indem man zuerst 2 Volksgrenadiertrupps baut und direkt danach einen Scharfschützen produziert. Da 90% der US-Army-Spieler einen Barackenstart spielen, könnt ihr ziemlich sicher sein, dass euer Feind keinen schlagkräftigen Konter für euren Scharfschützen hat. Das ist eure Chance!

Haltet euch mit eurem Scharfschützen immer bei euren Volksgrenadieren auf oder zumindest in greifbarer Nähe derer auf. So macht ihr den Jeep, den euer Gegner sehr wahrscheinlich bringen wird unschädlich, da ihr in relativ schnell durch Focusfire eurer Volksgrenadiere ausschalten könnt. Momentan ist es nicht nötig, dass sich euer Sniper ausschließlich getarnt fortbewegt. Eine Sache, die viele Spieler vergessen. Mit den Volksgrenadieren als Geleitschutz kann euch der Feind momentan nicht viel entgegensetzen, vor allem da ihr mittlerweile auch ein MG als zusätzlichen Schutz haben solltet. Ihr könnt euch relativ frei mit dem Scharfschützen bewegen und solltet soviele Einheiten des Feindes wie möglich ausschalten.

Dabei ist es die ganze Zeit von höchster Wichtigkeit, dass ihr den Feind beobachtet! Es kann vorkommen, dass euer Feind ein Waffenforschungszentrum errichtet um selbst einen Scharfschützen als Konter zu bringen. Dies könnt ihr jedoch gut erkennen, wenn ihr euch ein paar wichtige Fragen während des Spiels fragt:

- sehe ich andere Einheiten aus dem WSC? | Siehst du eine andere Einheit aus dem Waffenforschungszentrum, also ein MG oder einen Mörser, so kannst du ziemlich sicher sein, dass auch ein Scharfschütze nicht lange auf sich warten lassen wird.

- wieviel Schützentruppen sehe ich? | Seht ihr nur 3 Schützentruppen, kann es gut sein, dass der Feind ein Waffenforschungszentrum und einen eigenen Scharfschützen produziert, da man häufig auf den sonst üblichen vierten Trupp verzichtet, damit sich der Konter nicht unnötig verzögert.

- wurden BAR’s entwickelt? | Auch BAR’s kann man als Konter für einen Scharfschützen ansehen, da sie beim Scharfschützen recht häufig den critical treffen und euren Scharfschützen relativ schnell ausschalten. Außerdem machen sie dem Scharfschützen noch schneller den Gar aus, wenn durch eine Unaufmerksamkeit deinerseits doch mal Schützen nahe an den Scharfschützen herankommen oder sich auf Retreatroute deinen Snipers aufhalten.

- bietet mein Gegner mir Kanonenfutter? | Hat dein Gegner bereits einen Scharfschützen auf dem Feld, so kann es gut sein, dass er dir verlockende Ziele für deinen Scharfschützen bietet um selbst den perfekten Schuss zu landen. Dies erkennst du recht gut daran, dass er beispielsweise seine Schützen nicht zurückzieht, obwohl du die Einheit bereits dezimiert hast.

- spielt mein Feind auffallend defensiv? | Handelt euer Feind besonders defensiv, so kann es gut sein, dass er Verluste größtenteils verhindert um Kosten, die einen Sniper vezögern würden zu verhindern.

Außerdem ist es wichtig welche Einheit des Gegners ihr auf’s Korn nehmt. Womit wir wieder zur maximalen Effektivität kommen.

Kommt beispielsweise eine Gruppe aus Schützen, Flamer-Pios, und Rangern auf eure Stellung zu, so solltet ihr zuerst die Einheit angreifen, die in diesem Moment die größte Gefahr darstellt. Habt ihr beispielsweise eine gepanzerte Einheit in Not, so sollten die Ranger euer erstes Ziel sein. Habt ihr ein in einem Bunker oder Haus stationiertes MG, das es zu verteidigen gillt so sollten die Flamer-Pios euer Ziel sein.

Dies sind nur Beispiele aber ich denke ihr wisst, was ich meine ;)

Betrachten wir das ganze nun aus der Sicht der US-Army.

bild2Hier sieht die Sache etwas anders aus. Mittlerweile sollte es euch klar sein, dass ein WSC-Start nicht empfehlenswert ist (abgesehen vom 4ES, aber darum geht es hier nicht).

Es hängt von der Situation ab, ob es sich lohnt ein WSC bzw. einen Scharfschützen zu bringen. Ihr solltet sorgfältig abwägen ob es sich lohnt, da es in jedem Fall euren Spielfluss ändern wird. Entweder im positiven oder aber im negativen. Ein WSC zeigt seine Vorteile vor allem, wenn euer Feind eine starke Verteidigungslinie aus MG’s, Bunkern und Infanterie aufgebaut hat, die ihr alleine mit Schützen nicht mehr durchbrechen könnt.

Das heißt in den meisten Fällen seid ihr es, die reagieren müssen. Kommt ihr mit den üblichen Rifles+BAR’s bzw. T3 zurecht lohnt es sich nicht eure Fortschritte durch T2 zu verlangsamen. Habt ihr allerdings massive Verluste, weil ihr wieder und wieder gegen die Verteidigungsgürtel eures Gegner anrennen müsst oder weil quasi sämtliche Verluste des Gegners durch Zombies ersetzt werden, so ist Kollege Cunningham manchmal das einzig wahre.

Eure Primärziele sollten dann sein:

- gegnerische Sniper | Irgendwie klar oder? ;D

- MG’s | …um euren Schützen den Weg zu ebnen.

- Medics | Auch wenn das manchen zuwider ist, ist das der einzige Weg um die Zombieproduktion des Gegners im Zaum zu halten.

- Waffenmanschaften | …um euren Fahrzeugen den Weg zu ebnen und dem Feind empfindliche Schläge zu versetzen.

Wichtige Tips zum direkten Umgang mit dem Sniper (durchhalten, ihr seid bald durch ;D):

Im letzten Abschnitt meines (omg-wtf-bbq-endloslangen) Artikels zähle ich einfach ein paar recht einfache, aber effektive Tips auf, wie ihr eure Scharfschützen so lange wie möglich am Leben halten könnt und soviele Frags wie möglich kassiert ;)

- Benutzt die “Angriffsbewegung”: Ich gebe meinem Scharfschützen so gut wie nie einen normalen Bewegungsbefehl, sondern schicke ihn mit der Angriffsbewegung (Schnelltaste “A”) zum gewünschten Zielort. Dies ist extrem hilfreich, da der Sniper so jede Einheit angreift, der er auf dem Weg dorthin begegnet. Da der Sniper anders als die meisten anderen Einheiten nicht währrend des Laufens feuern kann, kann es passieren, dass er bei einem kurzen Augenblick der Unaufmerksamkeit blindings in den Feind läuft und zugrunde geht. Dies verhindert der Befehl zur Angriffsbewegung. Außerdem macht ihr so ziemlich viele Kills, da ihr ihm nicht jedesmal selbst ein neues Ziel zuweisen müsst und er schießt sobald er in Reichweite ist.

- Nicht zu oft tarnen: Tarnt euren Sniper nur, wenn es notwendig ist. Wenn kein Kontersniper, oder eine vergleichbare Gefahr zu erwarten ist braucht ihr euren Sniper nicht dauerhaft tarnen. Dies verlangsamt ihn nur und macht ihn villeicht sogar anfällig.

- keine Angst vor Krads und Jeeps ;D : Rast ein Krad oder Jeep auf euren Sniper zu müsst ihr nicht direkt panisch auf die “T” taste hämmern. Es kommt sehr selten vor, dass euer Sniper nach der ersten Salve in’s Gras beißt…das heißt wenn ihr Volks bzw. Rifles in der Nähe habt können diese meist den anfahrenden Motoclub aufhalten, bevor es brenzlich wird ;) Das heißt natürlich nicht, dass ihr euren Sniper jetzt als Rambo ansehen solltet ;) Wenn Gefahr besteht solltet ihr im Zweifelsfall lieber einmal zuviel retreaten, als einmal zu wenig.

- Hit’ n’ Run: Die Gefahr, dass euer Sniper von einem feindlichen Sniper getroffen wird, ist deutlich geringer, wenn er sich bewegt. Dies könnt ihr einfach nutzen, in dem ihr jeden Schuss als Kettenbefehl gebt. Das heißt, während ihr die “Shift”-Taste gedrückt haltet, gebt ihr zuerst den Feuerbefehl und dann einen Bewegungsbefehl zu einem beliebigen Ort hinter dem momentanen. Im Zweifelsfall kann dies eurem Sniper das Leben retten.

- Camper an die Wand: Wechselt andauernd mit eurem Scharfschützen die Position. Lasst ihn an verschiedenen Fronten kämpfen damit euer Feind seine Gegenmaßnahmen nicht planen und koordinieren kann. So steigert ihr den psychologischen Druck auf euren Feind.

So…ihr habt’s geschafft ;) Ich hoffe ich konnte euch den ein oder anderen hilfreichen Tip geben, der euch die ein oder andere Befärderung einbringt ;)

mfG, euer Mötschi :)

11 Responses to “Auf den Spuren von König und Zaitsev”


  1. 1 Weste

    YEAH *freu* *hopps hopps*

    Nen neuer Artikel^^
    Ich les ihn mir sofort durch xD

  2. 2 Weste

    Schad, für michnichts neues dabei, aber fürn Anfänger doch was feines zum Lesen^^

    Trotzdem schöng eschrieben.
    Daumen hoch dafür =)

  3. 3 SnakeUS

    Juchu es geht weiter… replays wären aber viel viel geiler
    gruß

  4. 4 Ra

    Schreib noch was rein zum Bike dotching , hier der Tipp von Smokaz , aber auf Englisch .. :D
    http://www.gamereplays.org/companyofheroes/portals.php?show=page&name=totw-ustip21

  5. 5 Tizian Hanke

    Wer hat Angst vor´m Boogieman…
    :D

  6. 6 noah

    erwähnenswert ist noch die leertaste, nachdem eine einheit beschossen wurde, um die bewegungsrichtung des snipers auch getarnt für ca. 3 sekunden zu erfahren …

  7. 7 noob

    sau geil,was es nich alles gibt :>

  8. 8 Saladin

    Sehr schöner Artikel Mötschi !

    War ja auch schon längst überfällig :D

  9. 9 Saphir

    Cooler Artikel, Respekt. Hast auch ein paar schöne Bilder drin ;)

  10. 10 frfr177

    Für alle die Bock auf ein Offline-Abenteuer haben: Das Buch worauf die Story von König und Zaitsev beruht heisst “Krieg der Ratten”.

  11. 11 Enigma

    Der Wehrmachtsscharfschütze Sepp Allersberger ist auch ein tolles Buch^^

Leave a Reply